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Nachlese zum Tag des offenen Denkmals am 10. September 2017 in der Hansestadt Stendal und deren Ortsteilen

Oberbürgermeister Klaus Schmotz während der Eröffnungsveranstaltung im Landgericht Stendal (c) Gerhard Draschowski
Oberbürgermeister Klaus Schmotz während der Eröffnungsveranstaltung im Landgericht Stendal (c) Gerhard Draschowski

Am 10. September 2017 wurde bundesweit der Tag des offenen Denkmals begangen. Der Präsident des Landgerichtes, Frank Böger, begrüßte gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Hansestadt Stendal, Klaus Schmotz, im vollbesetzten Plenarsaal des Landgerichtes, eine Vielzahl von Interessierten.

Frank Böger: Das Motto des diesjährigen Tags des offenen Denkmals lautet "Macht und Pracht." Selbstverständlich erzählt uns jedes Denkmal sehr viel über die sozialen und kulturellen Verhältnisse der Zeit seiner Entstehung und seiner späteren Nutzung. Das Landgerichtsgebäude Stendal wurde in der Zeit von 1876 bis 1879 erbaut. Es besticht durch seine Solitärbauweise, den Eindruck von Größe, Repräsentation und Staatlichkeit, allerdings fehlt auch jeder Anschein von Protzigkeit oder gar Luxus. Das Repräsentationsbestreben des Landgerichtsgebäudes in Stendal spiegelt sich zunächst in der Aufstellung des Gebäudes, das heißt, in seiner Bauanlage, in der Errichtung des Gebäudes schräg zum Straßenverlauf, durch das Mittelrisalit, den zweistöckigen Kopfbau am Haupteingang des Gerichtes sowie die diagonal aufgestellten Pfeiler im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss des Gerichtsgebäudes wieder. Aber auch der prächtig wieder hergestellte große Sitzungsaal dieses Gerichtes im ersten Obergeschoss trägt dazu bei, den Repräsentationsanspruch des Staates - hier vertreten durch die dritte Gewalt der Rechtsprechung - zu dokumentieren.

Klaus Schmotz freute sich, dass in diesem Jahr die "Judikative" d.h. die Gerichtsbarkeit durch den offiziellen Auftakt im Landgericht, die "Legislative" und "Exekutive" mit dem Rathaus und die "Kirche", als Säulen der Macht, die geführte Route prägen. Der Oberbürgermeister bedankte sich bei den vielen Akteuren die den Tag des offenen Denkmals mitgestalten und dies vielfältige Programm in der Kernstadt und in den Ortsteilen möglich machen. "Genießen Sie sowohl auf der geführten Route als auch bei den Einzelveranstaltungen in der Hansestadt Stendal und den Ortsteilen unsere Angebote!"

RiLG Dr. Michael Steenbuck begeisterte das Publikum mit einen Bildvortrag zur "Gerichtsbarkeit in Stendal." Seit 1824 wurde in einem Gebäude auf dem Nachbargrundstück (ehem. Gefängnis) in Stendal Recht gesprochen. Durch Reparationsleistungen nach dem deutschen - französischen Krieg 1870/71, konnte die öffentliche Hand viele Infrastrukturmaßnahmen mit kurzer Planungs- und Ausführungszeit umsetzen. Typische architektonische Merkmale sind gemäßigte Neugotik (Spitzbögen), Halbsäulchen, Bekrönungen, Erker, Pfeilervorlagen und Gesimse. Bereits der Treppenaufgang im Landgericht vermittelt dem Bürger, dass er ein "Rechtsunterworfener" ist. Er muss die Stufen hinaufsteigen. Auch im Plenarsaal sitzen die Richter höher als die Angeklagten und die Staatsanwaltschaft.

Im Anschluss erfuhren die Interessierten auf der geführten Route im Dom St. Nikolai mehr über den "Klerus als Kultur- und Machtträger." Hier referierte Dr. Joachim Franke, vom Förderkreis Dom St. Nikolaus zu Stendal e.V.

Dr. Franke: Macht- und Pracht, damit einher gehende kulturelle Aktivität sind auch in der Kirchengeschichte immer untrennbar verbunden.
Sehr manifest war das im Spätmittelalter, im 12. u. 13 Jahrhundert, in dem die Altmark und Stendal eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte erlebten. Hierbei spielte die katholische Kirche, der Klerus eine wesentliche Rolle. Es gab damals ausgeprägte, in diesem Fall kirchliche, bis nach Rom reichende Netzwerke von Klerikern. Es sind Kollegiatstift und Stiftskirchen von herausragender Bedeutung entstanden.
Hochgebildete, vermögende, weit vernetzte und einflussreiche Kleriker standen den weltlichen Fürsten als Berater und Verwaltungsexperten zur Seite und hatten damit einen wesentlichen Einfluss auf die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung ihrer Stadt und Region.

Hans-Jürgen Borstel, Leiter des Bauaufsichtsamtes und Bärbel Hornemann, untere Denkmalschutzbehörde, führten die Teilnehmer in zwei Gruppen durch die Weber- und Brüderstraße. Sie erläuterten Bauwerke mit preußischer Geschichte (König Friedrich II.). Dies sind Häuser auf dem Weg zum Marktplatz, von Martin Friedrich Boehme.

Der Oberbürgermeister, Klaus Schmotz, erläuterte u.a. aktuelle archäologische Ergebnisse zum ältesten Kaufhaus nördlich der Alpen auf dem Marktplatz.

Die Besucher hatten dann die Möglichkeit, mit der historischen Pferdebahn, die Altstadt zu erkunden. Der Vereinsvorsitzende des 10. Husaren-Regiment i.Tr. Stendal e.V., Peter Krupp, verriet den Mitfahrenden geschichtliche Daten.

In der Kirche St. Marien wurden aktuelle Projekte durch Vertreter des Glockenfördervereins St. Marien, mit der Vorsitzenden Bärbel Hornemann, präsentiert. Oberbürgermeister Klaus Schmotz, der Staatssekretär im Ministerium für Kultur, Gunnar Schellenberger und die Landeskonservatorin Ulrike Wendland freuten sich über die Initiative des Vereins.

Auch am Nachmittag nutzten viele Interessierte unsere Angebote, und konnten eine Vielzahl von Denkmalen anschauen. So fanden sich zahlreiche Besucher z.B. auf dem Bismarckschen Landgut Welle ein, um die prachtvolle wiederhergestellte Gutsscheune zu erleben. Dr. Christoph Mohr und seine Frau Dr. Brita Götz-Mohr erläuterten die Geschichte des Gutshofes und referierten über die aktuellen Baufortschritte.

Auch in diesem Jahr zeigte sich wieder einmal, wie geschichtsträchtig und bedeutsam unsere Hansestadt und die Ortsteile sind und welche "Schätze" wir zeigen können! 

Wir bedanken uns bei allen Akteuren die dazu beigetragen haben, dass wir zahlreiche Denkmale öffnen konnten und das Angebot von vielseitiger Art geprägt war.

 

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